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THEMA 3
Worum geht es?
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Was
ist das Messie-Syndrom?
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Es bedeutet: sich über einen
langen Zeitraum blockiert und gehemmt fühlen und verhaftet auf eigene
Ideen bleiben, in gelernten Gedanken und in Reaktionen festgefahren
bleiben und keinen Anfang und kein Ende kennen. |
Dieses Erleben bringt automatisch
Handlungsschwierig- keiten mit sich und man hat das Gefühl, dass die Energie
nicht ausreicht, um normale Arbeiten zu verrichten. Die Situationen, die ein
Handeln erfordern, schrecken ab und werden vermieden. So betrifft es
insbesondere Menschen, die sich selbst als „Messies" bezeichnen
und die häufig selbst benannte Schwierigkeiten mit dem Sortieren und mit der
organisatorischen, planerischen und zeitlichen Einschätzung von Handlungen
haben, die Routinetätigkeit sind.
Diese Unzulänglichkeit macht sich vor allem
im Übergang von Gedanken zur Handlung (Nicht-Handlung) bemerkbar. Messies
wünschen, etwas zu tun, und der Wunsch oder die Idee ist oft sehr stark. Dann
kommt ein anderer Wunsch oder eine andere Idee und noch eine Idee... Dessen
Verwirklichung aber bleibt aus. „Dieses mache ich später. Jenes mache
ich morgen..." Weder später noch morgen entstehen die Handlungen, um
die Ideen zu verwirklichen. Nach einer ganzen Reihe kleiner, zusam- menhangloser
Handlungen ziehen Konzentrationsstör- ungen eine dauernde
Handlungsunfähigkeit nach sich. Jede Tätigkeit wird unmöglich.
Eine Betroffene berichtet:
„Jede Kleinigkeit verlangt von mir riesige Anstrengung, obwohl ich mich
zusammennehmen möchte. Ich schäme mich vor meinem Mann und meinen Kindern,
die jedoch Verständnis haben. Ich kann es einfach nicht. Ein Geschirrtuch in
die Hand nehmen? Schon das geht über meine Kräfte. Kochen soll ich auch.
Aber auch das kann ich nicht. Hunderte von kleinen Gedanken beschäftigen
mich, ohne dass ich sie in Zusammenhang bringen kann. Ich lasse alles an mir
vorbei gehen, und mir ist todlangweilig... Dann lasse ich alles fallen und
ergreife unter irgendeinem Vorwand die Flucht."
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Typische
Verhaltenmuster.
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Diese
Menschen haben ein niedriges Ich - Bewusstsein. Das bewirkt, dass
ihr Konzept über sich selbst nie erreicht wird. Dies wird
überdeckt bzw. kompensiert durch Perfektsein, für andere
Fürsorglichsein, Kontrollieren (Verächtlichsein, Intrigantsein
und auch Klatschhaftsein).
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Sie
haben die Neigung, sich zu isolieren, sich unwohl zu fühlen
zwischen anderen Menschen, insbesondere bei Autoritätspersonen.
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Für
die Suche nach Anerkennung; würden sie alles tun. Sie würden
alles tun um Menschen dazu zu bringen, sie zu mögen, selbst im
Falle offensichtlicher Tatsachen, dass dieses fehl am Platz ist
und sie reagieren bei fehlender Anerkennung mit feindseligem,
aggressiven und verletzenden Verhalten.
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Diese
Menschen lassen sich einschüchtern von persönlicher Kritik oder
aggressiven und ärgerlichen Menschen. Dieses verursacht
Angstgefühle, nicht angemessen und flexibel in solchen Momenten
reagieren zu können; das trägt zur Überempfindlichkeit bei.
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Im
allgemeinen wählen sie, bei neuen Beziehungen, mit vorliebe
Menschen die emotional unstabil sind oder Suchtprobleme und
sonstige Probleme haben.
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Diese
Menschen leben ihr Leben in einer bestimmten Haltung: Zum Beispiel
einer Opferhaltung; abhängig von Situationen - nur in Re -
Aktion. Sie sind angezogen von Ähnlichen, Gleichen - in der
Partnerschaft und in Freundschaftsbeziehungen. Sie verwechseln
Mitleid mit Liebe und neigen mehr zu denen, die bemitleidet und
gerettet werden können. Sie sind wenig angezogen von gesunden,
liebevollen und liebenswerten Menschen, die stark genug sind und
Selbstvertrauen haben.
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Sie
haben es schwer Projekte, auch die sie so ausführen wollen, vom
Anfang bis zum Ende durchzuhalten.
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Die Betroffenen leiden darunter, dass
ihre Gedanken immer wieder um die Bewältigung der einfachsten täglich
anfallenden Arbeiten kreisen und sie erleben oft eine Hilflosigkeit,
dieses Problem jemals im Griff zu bekommen.
Die große Scham verhindert notwendige
soziale Kontakte und diese Menschen leiden unter der damit verbundenen
Ausweglosigkeit. Sie sind dann auf Hilfe angewiesen, die sie in einer
Selbsthilfe- gruppe erfahren. Im Vergleich zu anderen Selbsthilfegruppen
sind die Gruppen der „MESSIES" noch jung, obwohl es sich
anscheinend um ein altes Problem handelt. In ihrer knapp achtjährigen
Geschichte haben die SHG der „MESSIES" die Aufmerksamkeit der
Öffentlichkeit auf die bisher eher unbekannte Handlungsblockade lenken
können. Sie leisten damit eine große Hilfe für die Betroffenen, denen
Dank dieser Arbeit neue Chancen eröffnet werden und die dann aus ihrer
krankheitsbedingten Einsamkeit herausfinden können. |

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