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Aktualisiert:

19.02.2013

 

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THEMA 3

Worum geht es?

 

 

Was ist das Messie-Syndrom?

 

 

Es bedeutet: sich über einen langen Zeitraum blockiert und gehemmt fühlen und verhaftet auf eigene Ideen bleiben, in gelernten Gedanken und in Reaktionen festgefahren bleiben und keinen Anfang und kein Ende kennen.

Dieses Erleben bringt automatisch Handlungsschwierig- keiten mit sich und man hat das Gefühl, dass die Energie nicht ausreicht, um normale Arbeiten zu verrichten. Die Situationen, die ein Handeln erfordern, schrecken ab und werden vermieden. So betrifft es insbesondere Menschen, die sich selbst als „Messies" bezeichnen und die häufig selbst benannte Schwierigkeiten mit dem Sortieren und mit der organisatorischen, planerischen und zeitlichen Einschätzung von Handlungen haben, die Routinetätigkeit sind.

Diese Unzulänglichkeit macht sich vor allem im Übergang von Gedanken zur Handlung (Nicht-Handlung) bemerkbar. Messies wünschen, etwas zu tun, und der Wunsch oder die Idee ist oft sehr stark. Dann kommt ein anderer Wunsch oder eine andere Idee und noch eine Idee... Dessen Verwirklichung aber bleibt aus. „Dieses mache ich später. Jenes mache ich morgen..." Weder später noch morgen entstehen die Handlungen, um die Ideen zu verwirklichen. Nach einer ganzen Reihe kleiner, zusam- menhangloser Handlungen ziehen Konzentrationsstör- ungen eine dauernde Handlungsunfähigkeit nach sich. Jede Tätigkeit wird unmöglich.

Eine Betroffene berichtet: „Jede Kleinigkeit verlangt von mir riesige Anstrengung, obwohl ich mich zusammennehmen möchte. Ich schäme mich vor meinem Mann und meinen Kindern, die jedoch Verständnis haben. Ich kann es einfach nicht. Ein Geschirrtuch in die Hand nehmen? Schon das geht über meine Kräfte. Kochen soll ich auch. Aber auch das kann ich nicht. Hunderte von kleinen Gedanken beschäftigen mich, ohne dass ich sie in Zusammenhang bringen kann. Ich lasse alles an mir vorbei gehen, und mir ist todlangweilig... Dann lasse ich alles fallen und ergreife unter irgendeinem Vorwand die Flucht."

 

Typische Verhaltenmuster.

 

Diese Menschen haben ein niedriges Ich - Bewusstsein. Das bewirkt, dass ihr Konzept über sich selbst nie erreicht wird. Dies wird überdeckt bzw. kompensiert durch Perfektsein, für andere Fürsorglichsein, Kontrollieren (Verächtlichsein, Intrigantsein und auch Klatschhaftsein).

Sie haben die Neigung, sich zu isolieren, sich unwohl zu fühlen zwischen anderen Menschen, insbesondere bei Autoritätspersonen.

Für die Suche nach Anerkennung; würden sie alles tun. Sie würden alles tun um Menschen dazu zu bringen, sie zu mögen, selbst im Falle offensichtlicher Tatsachen, dass dieses fehl am Platz ist und sie reagieren bei fehlender Anerkennung mit feindseligem, aggressiven und verletzenden Verhalten.

Diese Menschen lassen sich einschüchtern von persönlicher Kritik oder aggressiven und ärgerlichen Menschen. Dieses verursacht Angstgefühle, nicht angemessen und flexibel in solchen Momenten reagieren zu können; das trägt zur Überempfindlichkeit bei.

Im allgemeinen wählen sie, bei neuen Beziehungen, mit vorliebe Menschen die emotional unstabil sind oder Suchtprobleme und sonstige Probleme haben.

Diese Menschen leben ihr Leben in einer bestimmten Haltung: Zum Beispiel einer Opferhaltung; abhängig von Situationen - nur in Re - Aktion. Sie sind angezogen von Ähnlichen, Gleichen - in der Partnerschaft und in Freundschaftsbeziehungen. Sie verwechseln Mitleid mit Liebe und neigen mehr zu denen, die bemitleidet und gerettet werden können. Sie sind wenig angezogen von gesunden, liebevollen und liebenswerten Menschen, die stark genug sind und Selbstvertrauen haben.

Sie haben es schwer Projekte, auch die sie so ausführen wollen, vom Anfang bis zum Ende durchzuhalten.

Die Betroffenen leiden darunter, dass ihre Gedanken immer wieder um die Bewältigung der einfachsten täglich anfallenden Arbeiten kreisen und sie erleben oft eine Hilflosigkeit, dieses Problem jemals im Griff zu bekommen.

Die große Scham verhindert notwendige soziale Kontakte und diese Menschen leiden unter der damit verbundenen Ausweglosigkeit. Sie sind dann auf Hilfe angewiesen, die sie in einer Selbsthilfe- gruppe erfahren. Im Vergleich zu anderen Selbsthilfegruppen sind die Gruppen der „MESSIES" noch jung, obwohl es sich anscheinend um ein altes Problem handelt. In ihrer knapp achtjährigen Geschichte haben die SHG der „MESSIES" die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die bisher eher unbekannte Handlungsblockade lenken können. Sie leisten damit eine große Hilfe für die Betroffenen, denen Dank dieser Arbeit neue Chancen eröffnet werden und die dann aus ihrer krankheitsbedingten Einsamkeit herausfinden können.

     
   

 

     
     
 

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